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Venezuela – US-Putschversuch wegen Erdöl und Profitgier

Die Ereignisse in Venezuela überschlagen sich und die Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen ist nicht absehbar. Seit geraumer Zeit kämpft das Land mit einer wirtschaftlichen Krise. 1.500.000 % soll die Inflation betragen, 2/3 aller Kindern sollen unterernährt sein, Monatslöhne sollen für 2 kg Fleisch reichen und vieles mehr kann man in den Medien lesen. Zehntausende, oder gar Hunderttausende sollen gegen den amtierenden Präsidenten Manduro auf die Straße gehen, was bei 31 Mio. Einwohnern wohl kaum einem oft behaupteten „Protest der Masse“ entsprechen kann. Wie die Situation wirklich ist, lässt sich allerdings nur schwer als Außenstehender beurteilen. Wirklich zuverlässige und unabhängige Zahlen zur wirtschaftlichen Situation lassen sich nicht finden, denn diese werden vom IWF oder diversen NGOs veröffentlicht, welche bestimmte Interessen verfolgen. Auch verlässliche Umfragen bezüglich des Rückhaltes in der Bevölkerung sind nicht vorhanden. Wie es den Menschen in Venezuela geht, ist nur schwer zu beurteilen.

Was hingegen fest steht ist eines: Der Oppositionsführer Guaido ernannte sich bei einer Demonstration medienwirksam zum neuen Präsidenten und wurde sofort von der USA und deren Verbündeten (Kanada, viele Lateinamerikanische Staaten) anerkannt. Diese sind es auch die Guaido und die Opposition seit Jahren finanziert haben sollen. Die EU setzt dem derzeitigen Präsidenten Manduro ein Ultimatum, wenn er nicht Neuwahlen ausruft, wird auch die EU Guaido anerkennen. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz äußert sich der EU-Linie entsprechend („Sollte Maduro auf diese Forderung nicht eingehen, werden wir Guaido (…) als rechtmäßigen Übergangspräsidenten Venezuelas anerkennen“).  Um sich die Unterstützung der USA und deren Verbündeten zu sichern reiste Guaido, der in den USA studierte, seit Monaten geheim ins Ausland. Doch warum bekommt Guaido so viel Unterstützung aus den USA und von deren Verbündeten? Geht es darum das venezolanische Volk aus einer (laut Medien vorherrschenden) wirtschaftlichen Misere zu retten? Will man das Volk aus einer vermeintlichen Diktatur befreien? Oder geht es doch um etwas anderes? Fakt ist, Venezuela hat 303,2 Mrd. Barrel (2017) große Erdölvorkommen und ist damit das Land mit dem größten Erdölvorkommen weltweit, noch vor Saudi-Arabien und Co. Die gesamten Erdölvorkommen Venezuelas sind verstaatlicht, d.h. der Staat und nicht US-Ölkonzerne fördern das Öl. Venezuela sitzt also auf einem schier unendlichen Vermögen, welches allerdings seit geraumer Zeit nicht genutzt werden kann da es im Bezug auf den Erdölverkauf massive Sanktionen seitens der USA und ihrer Verbündeten gibt. Das gigantische Erdölvorkommen Venezuelas ist der Grund warum Guaido von den USA und seinen Verbündeten unterstützt wird, denn Guaido will das Erdöl bzw. dessen Förderung privatisieren lassen. Die Förderrechte würden an US-Konzerne gehen und diese würden unvorstellbare Profite machen können. Aber nicht nur Erdöl, auch andere Bodenschätze und das wirtschaftliche Handeln an sich würden privatisiert beziehungsweise liberalisiert werden. So will Guaido, wenn er an der Macht ist, den Staat über Kredite beim IWF finanzieren, welche in der Vergangenheit stets mit Privatisierungen einhergingen. Im Übrigen ist der IWF, jene Institution, welche die angebliche Inflationsrate und andere vermeintliche wirtschaftliche Kernzahlen zu Venezuela publiziert, was vorsichtig formuliert einen enormen Interessenskonflikt darstellt. Der Versuch eines Putsches passiert nicht zum ersten Mal in Venezuela. Schon Anfang der 2000er unternahm die USA einen Anlauf, welcher allerdings scheiterte.

Es geht also nicht um „Freiheit“ oder „Demokratie“, sondern um Erdöl und somit Profitgier. Die Souveränität Venezuelas und die Menschen vor Ort sind den USA herzlich egal. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch“, einen Bürgerkrieg, oder gar ein militärisches Eingreifen seitens Guerillatrupps oder der US-Streitkräfte nimmt man in Kauf beziehungsweise ist man bereit anzuwenden, um sein perfides Ziel zu erreichen. Die imperialistische USA will, wie schon oft in Lateinamerika und dem arabischen Raum geschehen, eine Regierung aus Erdöl- und Profitgier stürzen.

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